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Unsere Kirche:

“Unser Glaube bringt das Leben in seiner Vielfalt zum Leuchten, und er hilft uns, das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren”.

Die Ober-Olmer Kirche verkĂŒndigt es ohne Worte ihren Besucherinnen und Besuchern: Denn Blickfang des am 30. Oktober 1966 eingeweihten GebĂ€udes ist im Inneren das bunte, wandhohe Mosaikfenster hinter dem Altar. Es erinnert an die Fenster der Berliner GedĂ€chtniskirche. Das Licht lĂ€sst blaue und grĂŒne, weiße und vereinzelt gelbe und viele rote Mosaikteile aufleuchten. Vor dem Fenster steht in der Mitte des durch zwei Stufen erhöhten Altarraums der helle Sandsteinaltar mit blauem Kreuz, Kerzenleuchtern und der Altarbibel; links ist die Sandsteinkanzel, rechts das bewegliche Taufbecken mit TrinitĂ€tssymbol. Das macht den Charakter der Kirche aus: vielfarbiges Licht in Verbindung mit klaren, schlichten Formen

Die SeitenwĂ€nde schließen oben mit Glasfenstern ab, dezent mit Mosaiken gestaltet. Als einziger weiterer Schmuck kommen die Altar- und Kanzelparamente dazu. In violett und rot wurden sie im Jahr 2002 in Abstimmung mit den Farben des Fensters neu angefertigt.

Ein Lutherbild an der Wand links neben der Kanzel stellt die Verbindung zum evangelischen Gottesdienst in der Zeit vor dem Bau der Kirche her. Es stammt aus dem alten “Bethaus” in der Bahnhofstraße in Ober-Olm: Luther, die Heilige Schrift hochhaltend, wacht darĂŒber, dass das Wort von der Kanzel aus lauter und rein verkĂŒndigt wird. FĂŒr reinen Ton und gute LautstĂ€rke sorgt seit 2001 die Lautsprecheranlage. Sie stammt von der gleichen Firma, die auch die Anlage im Kölner Dom betreut. Und siehe (höre) da - die kritische Auswahl der Fachleute hat sich gelohnt.

Aus dem alten Bethaus erhalten sind außerdem ein Holzaltar, ein Predigtpult, sowie ein Holzkruzifix. Sie sollen im neuen Gottesdienstraum in Klein-Winternheim wieder Verwendung finden, mit dessen Bau im alten Ortskern von Klein-Winternheim im Jahr 2004 begonnen wird. Der kleine Kastenaltar aus dem alten Bethaus - im Inneren bietet ein Schrankfach Platz fĂŒr die Aufbewahrung der AbendmahlsgerĂ€te - erwies sich in seiner Geschichte schon als durchaus vielseitig. Es wird erzĂ€hlt, in Besatzungszeiten habe darin auch schon einmal ein halbes Schwein unkonfisziert ĂŒberwintert.

Die drei Glocken der Ober-Olmer Kirche wurden 1967 in den Campanile eingeholt. Sie sind mit Symbolen und Inschriften geschmĂŒckt und auf die Töne “c”, “b”, und “g” gestimmt. Die einmanualige Orgel wurde 1969 durch die GebrĂŒder Oberlinger eingebaut.

Auf den breitflĂ€chigen Griffen der KirchentĂŒr begrĂŒĂŸen und entlassen zwei Engelsgestalten mit segnenden HĂ€nden die Kirchenbesucher.

Text: Brigitte Meinecke, Pfarrerin